Zum Umgang mit geflüchtete Menschen in Mitteldeutschland

Die MDR-Sendung „Exakt“ zeigt, wie Deutschland mit geflüchteten Menschen umgeht…. >>> zur Sendung

Pressemitteilung zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2013

Flüchtlingsrat fordert verantwortungsvollen Umgang bei der Flüchtlingsaufnahme sowie einen Winterabschiebestopp für Roma

Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember 2013 fordert der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. den Thüringer Landtag auf, dringend ein klares humanitäres Zeichen zu setzen und sofort einen Winterabschiebestopp für Roma aus Staaten der Balkanhalbinsel zu erlassen.
„Dass Innenminister Geibert einerseits eingesteht, in diesen Ländern müssten für die Betroffenen die Bedingungen geändert werden, und damit die gegenüber 2012 unveränderte Lage anerkennt, gleichzeitig aber einen Winterabschiebestopp mit dem ‚Argument‘ der Aufnahmekapazitäten ablehnt, ist zynisch“, kritisiert Madeleine Henfling, Mitglied des Flüchtlingsratsvorstandes. Zudem steht die Debatte im Landtag noch aus.
Zudem zeigt sich der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. besorgt über die zunehmenden rassistischen, aus Vorurteilen und Ängsten resultierenden Parolen und Proteste gegenüber der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen von Bürgerinnen und Bürgern. Diese werden zusätzlich geschürt durch rechte StimmungsmacherInnen und im bevorstehenden Wahljahr gewiss zunehmen.
Der Verein mahnt an, dass sowohl Medien als auch Politik mit Begriffen wie „Asylmissbrauch“, „Wirtschaftsflüchtlinge“, „Asylflut“, „Zustrom“ oder „Flüchtlingswelle“ ebenfalls rassistische Einstellungen bedienen und zur weiteren Diskreditierung von Geflüchteten beitragen und verkennen, dass sich niemand ohne Grund auf die Flucht begibt. „Die Situation beispielsweise in Syrien, in Afghanistan aber auch die unwürdigen Lebensbedingungen für Roma in den Staaten der Balkanhalbinsel verdeutlichen, dass Bedingungen geschaffen werden müssen, die eine menschenwürdige Aufnahme garantieren“, so Henfling weiter.
Aufgrund der Entwicklung in den aktuellen Krisengebieten wird die Zahl der Menschen, die aus Mangel an Sicherheit des eigenen Lebens gezwungen sind, ihr soziales wie lokales Umfeld zu verlassen, zeitnah zudem nicht sinken. Auf diese Entwicklung müssen Städte und Gemeinden langfristig, vorrausschauend und verantwortungsvoll reagieren und geeignete Aufnahmekonzepte entwickeln, die einer Ghettoisierung von Flüchtlingen vorbeugen und eine tatsächliche Teilhabe am sozio-kulturellen Leben ermöglichen.

Transfer von Menschen in ein Lager in Greiz aus guten Gründen ungewollt

Zahlreiche Asylsuchende aus der Thüringer Erstaufnahmestelle (LAST) in Eisenberg sollen morgen, am 12. September 2013 um 8:00 Uhr morgens nach Greiz umverteilt werden –doch einige von ihnen sind nicht freiwillig dazu bereit. Sie haben diesbezüglich ein Schreiben mit Namen und Unterschriften verfasst derjenigen gesammelt, die einem Transfer nach Greiz nicht zustimmen wollen. Die Mitarbeiter der Lager-Security in Eisenberg haben sie jedoch dennoch genötigt den Transferschein zu unterschreiben und für den Fall des Unterlassens eine zwangsweise Überstellung durch die Polizei angedroht. Aus diesem Grund haben die meisten Betroffenen dann doch die Zuweisungsentscheidung des Landesverwaltungsamtes unterschrieben, da ihnen seitens der Mitarbeiter keinerlei alternative Entscheidungsmöglichkeit eingeräumt wurde. Deswegen möchten wir unser Problem hiermit öffentlich machen, dagegen protestieren und die Öffentlichkeit zur Unterstützung unserer Forderungen für eine bessere Lösung einladen.

Aus folgenden Gründen wollen wir nicht nach Greiz umverteilt werden:

1. Die sog. Gemeinschaftsunterkünfte in Greiz sind bekannterweise lagerähnliche Strukturen.

2. Die Greizer Behörden sind bekannt für die Diskriminierung von Asylsuchenden durch die Ausgabe von Gutscheinen statt Bargeld für Essen und Kleidung.

3. Eine Privatsphäre wie in normalen Wohnungen wird nicht gewährleistet.

4. Die Greizer Sozialbehörden sind dafür bekannt, die medizinische Versorgung von Asylsuchenden im Krankheitsfall willkürlich einzuschränken.

Aufgrund dieser bekannten Umstände möchten wir die deutsche Öffentlichkeit um Unterstützung für unser Anliegen bitten.

WIR FORDERN EINE UNTERBRINGUNG IN NORMALEN WOHNUNGEN MIT PRIVATSPÄRE, GELDLEISTUNGEN STATT GUTSCHEINEN UND UNEINGESCHRÄNKTEN ZUGANG ZU MEDIZINISCHER VERSORGUNG!

WIR WOLLEN NICHT SOZIAL ISOLIERT UND IN UNSEREN MENSCHENRECHTEN
DISKRIMINIERT WERDEN!


Refugee Protest Strike Eisenberg

Protest geflüchteter Menschen in der Landesaufnahmestelle Eisenberg

Pressemitteilung

Heute, am 9. September 2013 protestierten geflüchtete Menschen in der Landesaufnahmestelle Eisenberg erneut. Ab 18.00 Uhr hatten Bewohnerinnen und Bewohner der Jenaer Str. 49 die Möglichkeit, Missstände zu benennen und ihren Forderungen nach Veränderung Nachdruck zu verleihen.
Zu den schon früher benannten Mängeln wie Defizite in der medizinischen Versorgung, der Sprachbarrieren in der Kommunikation mit dem Personal in der Landesaufnahmestelle und der zeitlichen Einschränkung beim Zugang in die Landesaufnahmestelle kamen weitere hinzu.
So möchten die Flüchtlinge eigene Lebensmittel mit in die Einrichtung nehmen dürfen und diese in dafür einzurichtenden Kochstellen zubereiten. Zusätzlich zum Punkt medizinischen Versorgung wurde davon berichtet, dass nicht ausreichend Medikamente zur Verfügung stehen und Bewohner und Bewohnerinnen ohne genügend finanzielle Mittel zur Apotheke geschickt werden. (mehr…)

PM – Spontaner Protest der geflüchteten Menschen in Eisenberg

Landesaufnahmestelle Eisenberg – Geflüchtete Menschen protestieren

Die Initiative Menschenrechte erhielt heute früh die Mitteilung, dass die geflüchteten Menschen in der Landesaufnahmestelle wieder streiken. Bereits vorgestern, am Samstag, dem 7. September 2013 gab es einen Protest über die Zustände in der Aufnahmestelle.
Für heute, Montag, den 9. September 2013, 18.00 Uhr ist laut Aussage der Bewohnerinnen und Bewohner der Jenaer Str. 49 ein weiterer spontaner Protest in und an der Landesaufnahmestelle Eisenberg geplant.
Die geflüchteten Menschen teilten uns mit, dass Pressevertreterinnen und -vertreter eingeladen sind den Protest medial zu begleiten.
Die Initiative Menschenrechte wird die geflüchteten Menschen bei ihrem Protest unterstützen.